Sardinien Motorradtour 06.07.-24.07.2020

Montag 06.07.2020: Bad Tölz – Bergamo
453 km

Nach meiner Corona bedingten Absage der Irland Reise, habe ich mich kurzfristig entschieden mit meinem Spezl nach Sardinien zu fahren. Schnell noch wurden über Booking.com Hotels in Bergamo und Sardinien gebucht. Am Montag Morgen um 9:00 ging es dann endlich los. Bei schönem Wetter sind wir zunächst durch das Isartal zum Sylvensteinspeicher und dann durch „Little Kanada“ nach Wallgau gefahren. Nächstes Ziel war Garmisch und der Fernpass nach Imst. In Landeck war die Reschenpass Straße gesperrt, nach einigen Irrfahrten durch den Ort fanden wir dann noch den Tunnel um Landeck herum. Unser eigentliches Ziel wäre eigentlich die Schweiz gewesen, an der Grenze teilte man uns aber mit, dass der Transit durch die Schweiz seit heute Morgen gesperrt wurde. Wir fuhren daraufhin den Reschenpass hinauf und haben uns zu dem Umweg über das Stilfserjoch entschieden. Nach der sehr kurvenreichen und mit vielen engen Serpentinen gespickten Auffahrt haben wir den traumhaften Blick auf das Ortler-Massiv genossen. Runter ging es wieder sehr kurvenreich nach Bormio wo wir unseren ersten italienischen Cappuchino tranken. Anschließend ging es über Landstraßen nach Bergamo, zum Glück haben uns nur wenige Regentropfen erwischt. In Bergamo checkten wir in einer sehr netten B&B Pension (Il Refugio di Elisabeth) ein, bevor es nach einem kleinen Spaziergang durch die sehr nette fast ausgestorbene Altstadt zum Abendessen ging. Hungrig und erschöpft genossen wir eine sehr gute Pizza in einem netten Altstadtlokal.

Dienstag 07.07.2020: Bergamo – Genua
230 km

Heute stand die Weiterfahrt nach Genua zum Fährhafen an. Nur über Landstraßen führen wir durch die Po-Ebene und die Emilia Romana Richtung Süden. Hunderte von Kreisverkehren unterbrachen die fast kerzengeraden Straßen durch die sehr von Landwirtschaft geprägte Region. Nach Piacenza wurde es dann doch noch etwas hügeliger, die Alpen hatten wir aber bereits hinter uns gelassen. Viel zu früh erreichten wir den Hafen und mussten daher 3 Stunden in der prallen sehr intensiven Sonne auf das Boarding warten. Nach dem die Motorräder im Schiffsrumpf sicher verzurrt waren, genossen wir das erfrischende Bier auf Deck bevor es zu einem mittelmäßigen Abendessen ging. Das Schiff war Corona bedingt nur zu etwa einem Drittel gefüllt was sehr angenehm war. Nach einem traumhaften Sonnenuntergang erholten wir uns in einer komfortablen Außenkabine von den heutigen Anstrengungen.

Mittwoch 08.07.2020: Olbia – Tortoli
181 km

Nach einer ruhigen Nacht an Bord des Schiffes hatten wir das Ziel (Sardinien) unserer Reise erreicht. Eine kurze Temperaturmessung nach Verlassen des Schiffes war die einzige Kontrolle, die angeblich benötigte Sardinien App wollte keiner sehen. Die nächsten zwei Wochen wollten wir die Insel von zwei Stützpunkten aus erkunden. Unser erstes Quartier war in Tortoli/Arbatax. Über wunderschöne Küstenstraßen ging es zu diesem Ziel, natürlich nicht ohne einen Stopp in San Teodoro zu einem gemütlichen Frühstück. Da mein Freund Thomas bereits im November vor Corona sein Hotel gebucht hatte, stand er dann aber vor verschlossenen Hoteltüren. Eine Absage über das Hotel oder Expedia war leider nie bei ihm angekommen. Zum Glück konnte aber meine Vermieterin ( i Girasoli) noch bei einer Freundin ein Zimmer in der Ortsmitte von Tortoli für ihn organisieren. Den Nachmittag verbrachte ich an einem sehr feinen Sandstrand und konnte mich zum ersten Mal im recht warmen, dafür aber glasklaren Mittelmeer erfrischen. Den Abend verbrachten wir in einem der vielen Altstadt-Restaurants und gewöhnten uns an die sehr mediterranen Verhältnisse.

Donnerstag 09.07.2020: Lokale Tour (Jerzu, Lanusei)
107 km

Auf dem Plan für den heutigen Tag stand eine kleine lokale Runde rund um Tortoli an. Nach einem kleinen Frühstück in der Pension, leider gab es Corona bedingt nur in Plastik verpacktes Brot und Süßkram, ging es um 9:00 bei bereits 26° Celsius los. Im Tagesverlauf sollten es dann immer über 32° bei Sonnenschein sein. Über traumhafte kleine Landstraßen mit hervorragendem griffigen Asphalt, vielen Kurven und kaum Verkehr ging es in die sehr bergige Region. In Jerzu, einem malerisch am Hügel gelegenen Ort, besuchten wir eine Wein-Genossenschaft und deckten uns mit dem sehr leckeren lokalen Rotwein ein. Den Nachmittag verbrachten wir fast alleine an einem kilometerlangen Traumstrand in der Nähe von Tortoli (Spiaggia di Basaura). Obwohl das Mittelmeer sehr warm war, konnten wir uns nach dem Tag in den leider sehr warmen Motorradklamotten gut erfrischen. Abends ging es dann wie immer zum Essen, mediterrane Köstlichkeiten im Da Capo rundeten den perfekten Tag ab.

Freitag 10.07.2020: lokale Tour (Oristano, Nuoro)
326 km

Heute stand der Besuch eines befreundeten Hubschrauberpilotes in Oristano auf dem Programm. Die Firma Heli Tirol stellt in den Sommermonaten einen Hubschrauber zum Feuerlöschen in Sardinien zur Verfügung. Hellmut ein Südtiroler macht dort 3 Wochen Dienst und so war es natürlich selbstverständlich ihn auch zu besuchen. Den Hinweg nahmen wir auf Schnellstraßen und Autobahnen um möglichst schnell den Weg zu absolvieren. Auch heute war es wieder sehr heiß und die Fahrt war trotz höherer Geschwindigkeiten eine sehr schweißtreibende Angelegenheit. Nach Besichtigung des Hubschraubers (Superpuma) und eines guten Espressos ging es über kurvige Landstraßen im Landesinneren zurück nach Tortoli. Das anschließende Bad an „unserem“ Strand war wieder eine wohltuende Erfrischung. Abends wieder ein gutes Abendessen in einem Lokal.

Samstag 11.07.2020: Bergtour
170km

Heute sollte es auf den höchsten Berg Sardiniens (Punta la Marmora, 1834 Hm) gehen. Gleich am Morgen bin ich mit dem Motorrad zum Ausgangspunkt der Bergtour gefahren. An der Alm Rifugio Sa Crista war der Startpunkt der Wanderung. Die Tour sollte über mehrere Gipfel gehen. Erstes Ziel war der Brunca Spina (1828Hm) auf dem ein Sessellift endete. Dieses sinnlose Projekt war der EU geschuldet, die die Kosten für diesen Skilift übernommen hatte. Bei den mediterranen Temperaturen die hier auf Sardinien herrschen kann man sich nicht vorstellen, dass hier im Winter ein Skibetrieb möglich ist. Die Aussicht von hier oben war beeindruckend. Über einen Grat ging es weiter zur Arcu Gennargentu von wo der letzte Anstieg zum höchsten Punkt der Tour dem Punta la Marmora (1833Hm) startete. Ein beeindruckendes Gipfelkreuz mit einer super 360°Grad Aussicht war die Belohnung für die Anstrengung bei 26° Celcius. Auf dem Rückweg habe ich dann noch einen weiteren Gipfel, den Su Sciuscu (1823 Hm) über unwegsames Gelände mitgenommen. Nach knapp 5 Stunden, 731 Hm und 16.6 km ging es dann mit dem Motorrad zurück nach Tortoli. Ein Bad im Mittelmeer kühlte dann hervorragend bevor es Spaghetti mit Meeresfrüchten gab.

Sonntag 12.07.2020: lokale Tour in den Süden (Costa Rei)
315 km

Heute stand wieder eine Motorradtour auf dem Programm. Thomas hatte bereits zu Hause eine traumhafte Tour in den Südosten der Insel geplant. Über Schnellstraßen ging es zunächst flott in den Süden, wo uns eine traumhafte Küste mit vielen kleinen Buchten erwartete. Hier war dann doch etwas mehr Verkehr, so dass wir uns wieder etwas mehr über die Berge im Landesinneren nach Norden bewegten. Auch heute war es wieder sehr warm (bis zu 36°Celcius) und wir konnten kaum unseren Flüssigkeitsverlust ersetzen. Nach vielen Kurven auf traumhaften Landstraßen die bergauf und bergab gingen erfrischten wir uns am Nachmittag wieder an „unserem“ Traumstrand in Tortoli. Abends standen nach einer leckeren Vorspeise Spaghetti Carbonara auf dem Speiseplan.

Montag 13.07.2020: lokale Tour (Cala Gonone)
162 km

Badetag in Cala Gonone war unser Plan. Nach der wunderschönen Anfahrt über die wohl schönste Landstraße in Sardinien über Baunei zum Paß Genna Silana (1017 Hm) eröffnete sich nach einem Tunnel der traumhafte Blick in die leider sehr touristische Bucht Cala Gonone. Nach vielen Serpentinen fanden wir einen Corona bedingt fast menschenleeren Strand in der Ortschaft. Zurück ging es wieder über die Landstraße nach Tortoli. Zum Abendessen gab es wieder wunderbare Spaghetti mit Meeresfrüchten.

Dienstag 14.07.2020: Segelausflug

Für unseren letzten Tag in Tortoli hatten wir eine Segeltour geplant. Zufällig sprach mich meine Vermieterin an, ob ich Interesse an einem privaten Segelturn hätte. Ein Freund von ihr würde mit dem Segelboot die Ostküste Richtung Norden hochfahren und dabei Gäste mitnehmen. Für 100.- € inclusive Getränke und Mahlzeiten haben wir natürlich sofort zugeschlagen. Treffpunkt war Arbatax im Hafen wo er uns abholen sollte. Zu siebt ging es dann mit unserem Skipper zunächst mit Motorkraft an der wirklich traumhaften Küste Richtung Norden. Eine wunderschöne Steilküste mit imposanten Felsenformationen und kleinen Badebuchten zog an uns vorüber. Immer wieder stoppten wir um uns im azurblauen kristallklaren Wasser zu erfrischen. Nachmittags konnten wir dann bei einer leichten Brise die Segeleigenschaften testen. Fast geräuschlos und majestätisch wurden wir vom Wind wieder Richtung Süden getrieben. Ein wirklich sehr wunderschöner Tag.

Mittwoch 15.07.2020: Tortoli – Mores
172 km

Eine geniale erste Woche war bereits vorüber und wir wechselten unseren Standort Richtung Nordosten nach Mores. Ein kleines Hotel in einem kleinen Ort im Landesinneren war unser Ziel. Zunächst ging es aber nochmals über die Küstenstraße bevor wir uns durch eine flachere Hügellandschaft fortbewegten. Am Ziel erwartete uns ein sehr nettes kleines Hotel ( Il Giardino degli Aranci) mit angeschlossenem Restaurant und sehr erfrischendem Pool. Am Nachmittag relaxten wir dann am Pool und entspannten. Das Abendessen im Restaurant war dann absolut vorzüglich, im Ort war dies die einzige Möglichkeit neben ein paar netten Bars gut zu essen. Die Zimmer waren top ausgestattet und gerade traumhaft renoviert. Von hier aus sollten wir die nächsten Tage unsere Motorradtouren starten.

Donnerstag 16.07.2020: Rund um Mores
185km

Rund um Mores die Gegend erkunden stand heute auf dem Programm. Hervorragende kleine, fast ohne Verkehr, Landstraßen bergauf und bergab erkundeten wir heute die neue Gegend. Die höheren Berge hatten wir im Süden zurückgelassen. Trotzdem hatten wir sehr viel Spaß der uns auch auf kleinen Offroad-Passagen zu leichten Anhöhen führte. Den Naschmittag entspannten wir wie gewohnt am Hotel-Pool. Abends gab es frittierte Calamari in unserem Hotel.

Freitag 17.07.2020: Nordrunde (St. Teresa, Capo Testa)
328km

Heute wollten wir den nördlichen Bereich erkunden. Zunächst ging es auf der Autobahn nach Sassari wo Thomas noch Ersatzteile für seinen Verdampfer kaufen musste. Von dort fuhren wir noch auf der Schnellstraße nach Porto Torres, einer Hafenstadt mit viel Industrie. Deutlich schöner wurde es dann auf der Landstraße am Meer entlang. Ein sehr schöner Ort erwartete uns dann in Castelsardo, einem bunten Ort der an direkt am Meer auf einem kleinen Hügel errichtet wurde. Weiter ging es zwischen Pinienwäldern direkt am Meer entlang Richtung Santa Teresa Gallura. An der engsten Stelle zwischen beiden Mittelmeerinseln hatten wir Sichtkontakt mit Korsika. Auf der Halbinsel Capo Testa konnten wir dann auf den imposanten Felsen etwas klettern. Die Heimfahrt führte dann wieder auf sehr kurvigen und hügeligen Landstraßen zu unserem Hotel in Mores. Besonders die SS 392 war landschaftlich und fahrtechnisch ein Genuss. Zuhause erwartete uns dann wieder der erfrischende Pool und ein weiteres sehr leckeres Abendessen.

Samstag 18.07.2020: Capo Falkone, Stintino, Alghero)
244km

Bei der heutigen Tour wollten wir den Nordosten erkunden. Über die Autobahn legten wir zunächst die ersten Kilometer Richtung Porto Tores zurück. Auf der kleinen Halbinsel Stintino wurden wir dann fast von der Touristenschwemme erschlagen. Ein kurzer Fotostopp und dann ging es auch gleich wieder in ruhigere Gefilde. Sehr nett war der einstige Bergbau-Ort Argentiera wo wir eine Cappuccino Pause einlegten. Die kleinen Buchten lagen traumhaft und das Meer zeigte seine Kraft mit tosenden Wellen die hier anlandeten. Das nächstes Highlight war das Capo Caccia mit seiner beeindruckenden Steilküste. Zurück ging es dann über Alghero wieder nach Mores. Die schöne Altstadt wollten wir dann in den nächsten Tagen nochmals besuchen. Den Nachmittag verbrachten wir dann wieder am Pool und ließen uns abends im Restaurant kulinarisch verwöhnen.

Sonntag 19.07.2020: Ozieri
38km

Der heute Tag sollte ein Motorrad-Ruhetag werden. Nach einer kurzen Fahrt folgte eine Stadtbesichtigung in Ozieri. Ein kleiner Spaziergang durch die Altstadt mit Besichtigung der Kathedrale und der Grotta di San Michele standen auf dem Programm sowie der obligatorische Verzehr eines Cappuchino. Nachmittags entspannten wir dann am Pool und genossen die Ruhe.

Montag 20.07.2020: Süden Tour (Alghero, Bosa, Strand)
285km

Nach unserem Ruhetag wollten wir heute wieder eine größere Tour an der Westküste entlang machen. Zunächst stand Alghero auf der Liste. Nach einem Spaziergang durch die Altstadt stand noch ein Besuch der Markthalle an. Die folgende Tour an der malerischen Küste Richtung Bosa war geprägt von traumhaften Ausichten auf das Mittelmeer. In Bosa legten wir einen kurzen Zwischenstopp zur Cappuchino-Pause ein. Der nächste Stopp war ein traumhafter fast menschenleerer Badestopp am Spiaggia di Maimoni. Von hier aus ging es über Landstraßen und am Schluß über die Autobahn wieder nach Hause Richtung Mores.

Dienstag 21.07.2020: Bergtour (NATO, Funk)
149km

Heute wollten wir nochmals die Gebirgskette bei Vallicciola mit der dortigen ehemaligen NATO Station besuchen. Eine abenteuerlich Serpentinen-Straße führte uns in die gebirgige Region. Der Blick von hier oben war hervorragend. Der gesamte Norden mit seiner Küste lag zu unseren Füßen. Von dort aus starteten wir eine kleine Wanderung zum Punta Balistreri und erkletterten den Punta Bandira (1320 Hm). Zurück nahmen wir die Schnellstraße zu unserem Hotel.

Mittwoch 22.07.2020: Mores – Olbia, Fähre
84km

Unsere Zeit auf Sardinien neigte sich dem Ende. Heute Abend ging unsere Fähre wieder zurück aufs italienische Festland. Nach einem gemütlichen Vormittag am Pool mussten wir Mittags Abschied von unserem gemütlichen Standort Mores nehmen. Bei extrem heißen Temperaturen (-38°C) nahmen wir die Schnellstraße nach Olbia. Wie immer waren wir natürlich viel zu früh am Hafen und verbrachten die Wartezeit bis zum Boarding im Schatten. Nach dem Einschiffen erfrischten wir uns mit einem gut gekühlten Bier bevor es dann losging. Ein traumhafter Sonnenuntergang an der Küste Korsikas beendete den Tag.

Donnerstag 23.07.2020: Genua – Malchesine
304km

Pünktlich waren wir in Genua nach einer ruhigen Nacht angekommen. Wir konnten das Schiff fast als Erste verlassen mussten uns aber dann auf einem längeren Stau auf der Autobahn Richtung Norden kämpfen. Stop und Go auf der Autobahn bei bereits sehr warmen Temperaturen waren sehr anstrengend bevor es dann zum Glück wieder flüssiger vorwärts ging. Das heutige Ziel sollte Malcesine am Gardasee sein. Denn Nachmittag verbrachten wir am Pool, den Abend schlenderten wir dann durch den dortigen Ort und ließen unseren Urlaub bei sonnigen Wetter langsam ausklingen.