Norwegen Motorradtour 01.06.-23.07.2016

53 Tage, 11.004 km, wieder Dahoam (gesund, ohne Unfall, alles Heile, viele tolle Erfahrungen, eine super Zeit. Vielen Dank an meine Familie, die mir diese Reise erst ermöglicht hat.

23.07.2016: Letzte Etappe, Gotha, zunächst Landstraße (Ohrdruf, Oberhof, Rennsteig, bis Zella-Mehlis), dann Autobahn (Suhl, Coburg, Erlangen, Nürnberg, Ingolstadt, München, Bad Tölz). Immer wieder Gewitter, Staus ab Erlangen, bei 20° C gestartet, bis 28.5° C, schweißige Angelegenheit, ordentliche Schauer im Frankenland, Stau eine Qual bei den Temperaturen, gut angekommen in Bad Tölz.

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22.07.2016: Berlin nach Gotha über Autobahn, Freibad (Gleis3eck), Übernachtung v. Rümkers, Grillabend

21.07.2016: Mauergedenkstätte Bernauer Straße (sehr beeindruckend und bedrückend), Stanzi getroffen,  mit U-Bahn zum Brandenburger Tor, Sightseeing Bus, Hop on/off: Hauptbahnhof, Siegessäule und Schloss Bellevue, Straße 17. Juni, Schloss Charlottenburg, Kurfürstendamm, Schirm gekauft bei kurzem Regen (schwül), Kulturforum (Philharmonie, Kammermusiksaal, Neue Nationalgalerie), Potsdamer Platz, Checkpoint Charlie, Gendarmenmarkt (Deutscher und Französischer Dom), Berliner Rathaus, Neptun Brunnen, Alexanderplatz, Berliner Dom, Museumsinsel, Unter den Linden, zu Fuß: Brandenburger Tor, Holocaust Mahnmal, Potsdamer Platz, Bundesrat, Bayerische Vertretung, Weihenstephan (Hackescher Markt): Obatzda mit Weißbier, Campingplatz

20.07.2016: Von Fehmarn auf direktem Weg nach Berlin (Autobahn: Burg, Heiligenhafen, Oldenburg in Holstein, Lübeck, Wismar, Schwerin, Berlin). Campingplatz Berlin Central 1 (12,50.-/Nacht), sandiger Boden, Ameisen, sehr günstig gelegen, Bus (X33 oder 133, Tagesticket 7.- €) zum Gendarmenmarkt, vergeblich auf Constanze gewartet, zum Pergamonmuseum, Berliner Dom, Brandenburger Tor, Reichstag, Gendarmenmarkt, Augustiner: Schweinebraten und Weißbier, Campingplatz, Tegernseer Helles bei türkischer Dönerbude.

19.07.2016: Nach einem schönen Abend in der Früh bei Wolken aber trocken losgekommen. Nach zunächst langweiliger Autobahnfahrt immer wieder kurze Landstraßenabstecher eingelegt. Unterwegs den einen und anderen kurzen Schauer abbekommen. Landschaftlich war es eher langweilig, viel Landwirtschaft. Dabei auf der Insel Møn gelandet und die dortigen Klippen besichtigt. Sehr eindrucksvoll. Dann ging es weiter nach Rødby und mit der Fähre nach kurzer Wartezeit auf Puttgarden übergesetzt. In der Jugendherberge Burg das letzte Bett für eine Nacht ergattert (27.- € mit Frühstück), da waren manche Campingplätze teurer. Noch ein Abendspaziergang durch den netten Ort Burg gemacht und griechisch gegessen. Bye bye Skandinavien. Morgen noch einen Abstecher nach Berlin geplant.

18.07.2016: Nach einer lauten Nacht (französische Jugendgruppe) bei tiefverhangenem Himmel am Morgen in Göteborg gestartet. Unterwegs immer wieder kurze Regenschauer erwischt und über die E6 nach Süden gefahren. In Helsingborg dann Schweden mit der Fähre (240.- SEK) nach Helsingør verlassen. Kurzer Abstecher nach Helsingør mit Besichtigung des Schlosses von außen. Nach einer kleinen Stärkung dann nach Kopenhagen zum Charlottenlund Fort Campingplatz gefahren um zu erfahren, dass er restlos ausgebucht ist. Die Damen an der Rezeption waren aber super freundlich und haben mir einen Ausweichplatz (Nærum Camping) genannt. Ich durfte sogar ihren Email-Account nutzen um Ivonne und Dominik aus Helsinki eine Mail zu schreiben. Doch das wäre gar nicht nötig gewesen, denn die Zwei waren auch schon da. Gemütlichen Abend verbracht, gut gegessen und viele Erlebnisse ausgetauscht. Morgen werde ich dann Skandinavien wieder verlassen und nach Deutschland fahren. Vielleicht hat der Wettergott noch ein Herz mit mir und schenkt mir für die Heimfahrt gutes Wetter.

17.07.2016: Nachts hat es ziemlich viel geregnet, dementsprechend nass war am Morgen auch alles. Nach dem Zusammenpacken, bezahlen und tanken ging es auf die E6 Richtung Süden. Es blieb erfreulicherweise trocken, hatte aber starken böenartigen Wind. Dies machte das Fahren auf der Autobahn ziemlich mühsam und anstrengend. Unterwegs dann leider etwas zu spät die SMS von einem ehemaligen Arbeitskollegen aus Tutzing erhalten, der auch in Oslo ist. Da ich bereits kurz vor Göteborg war, machte ein Umdrehen keinen Sinn mehr. Hier auf den Campingplatz Lisebergsbyn (345.- SEK) gefahren und im letzten dunkelsten und feuchtesten „Loch“ einen Platz bekommen. Beim Aufbauen hat es dann auch noch angefangen zu regnen. Also schnell die Stadt-Sachen eingepackt und mit der Trambahn in die City Göteborgs gefahren. Hier hat sich dann zum Glück die Sonne wieder durchgesetzt. Nach einem ausgiebigen Spaziergang durch Göteborg zurück auf den Campingplatz und zum letzten Mal Köttbullar gekocht. Morgen soll es nach Kopenhagen gehen, vielleicht treffe ich dort Ivonne und Dominik aus Helsinki.

16.07.2016: Oslo Stadtbesichtigung: Um 9:25 mit dem Bus (32) in die Stadt gefahren (Tagesticket: 90.- NOK, am Campingplatz kaufen) und am Rathaus ausgestiegen. Dann für 40.- NOK mit dem Boot nach Bygdøynes gefahren und als erstes das Polar-Ship-Fram Museum (100.- NOK) angeschaut. Schon beeindruckend wie man vor 100 Jahren in diese Extremregionen (Nordpol, Südpol und die Nord-West-Passage) gereist ist. Anschließend wieder mit dem Bus Richtung Innenstadt. Danach ging es zu Fuß zum Nationaltheater, dem Königspalast, der Universität, dem Parlament, der Kathedrale (leider geschlossen wegen eines Konzertes) und zum Hauptbahnhof. Das Ganze liegt an der Karl-Johans-Straße und ist bequem zu Fuß zu erreichen. Am Hauptbahnhof bin ich dann in die T-Bahn (Metro, Jernbanetorget) eingestiegen (2 Stationen, Tøyen) und habe das Edvard Munch Museum (100.- NOK) besichtigt. Weiter ging es wieder mit der T-Bahn (1, ca. 30 Min.) zum Holmenkollen. Die Sprungschanze ist der Hammer, besonders wenn man sich vorstellt, dass da Verrückte mit 100 km/h ca. 120 m weit fliegen. Direkt daneben befindet sich die Biathlon- und Langlaufloipe und endet in einer tollen Arena. Bis jetzt hatte das Wetter gehalten, nachdem sich pünktlich um 9:00 die Sonne durchgesetzt hatte. Ein kurzer 10-minütiger Schauer und es wurde wieder schön. Wieder zurück in der Innenstadt noch ein kleiner Spaziergang zu modernen Oper (genial) und der Akershus Festungsanlage. Oslo ist eine recht übersichtliche Stadt, ohne Hektik, gut in einem Tag zu besichtigen und es hat wirklich Spaß gemacht sie anzuschauen. Natürlich könnte man hier auch locker eine Woche bleiben um allen Museen ein Besuch abzustatten. Was die Stadt aber nicht zu bieten hat sind Oslo-Aufkleber (Marktlücke!). Um 18:00 dann wieder auf dem Campingplatz und bei Sonnenschein gegessen.

15.07.2016: Endlich konnte ich diesen furchtbaren Campingplatz in Odda wieder verlassen. Bei Regen ging es zunächst am Latefossen vorbei, dann über nette Paßstraßen nach Skare, Håra, Røldal und Haukeligrend. Leider zeigten sich die Berge auf dieser Hochebene in einem recht grauen Licht und waren zum Teil in Wolken versteckt. Dann hat das Navi eine recht schöne Straße die Rv 362 und die Rv 37 vorgeschlagen. Recht kurvenreich und ohne LKW ging es quer durch die Telemark. Sicher nicht mehr so spektakulär wie die letzten Tage aber bei beginnendem Sonnenschein auch reizvoll. In Åmot wieder auf die E134 und recht flott über Seljord, Notodden, Kongberg, Drammen nach Oslo. Hier war es mittlerweile richtig warm geworden und ich konnte mein Zelt zum trocknen auf dem Bogstad Campingplatz (240.- NOK) aufbauen. Auch die Wäsche wurde hier mal wieder nach der gestrigen Schlammschlacht gewaschen. Zum Abendessen gab´s Hamburger, eine neue Variante auf dem Trangia Kocher.

14.07.2016: Nach einer kurzen Nacht, um 5:00 war aufstehen angesagt, dann letztendlich um 6:20 zur Tour gestartet. Zuvor noch die happige Parkplatzgebühr von 200.- NOK bezahlt (Frechheit!!). Zunächst ging es 700 Höhenmeter in 3 km steil bergauf über Steintreppen und viel Matsch. Danach folgte ein langer Hatscher über ca. 8 km, der sich wellenförmig dahinzog. Zu Beginn noch Nieselregen, der aber zum Glück aufhörte, die Sonne kämpfte tapfer gegen die Wolken und setzte sich am Schluss endlich durch. Nach 3:45 Stunden war es dann endlich geschafft. Die Trolltunga, ein Felsenvorsprung ragte aus einem steil abfallenden Felsmassiv hervor. Die Nachtcamper waren zumeist schon alle weg, die große Masse noch nicht da, so dass sich das Fotoshouting recht übersichtlich gestaltete. Von hier aus ein gigantischer Blick auf den Ringedalsvatnet Stausee. Nach einer gemütlichen Brotzeit ging es wieder auf den insgesamt 11 km langen Rückweg. Der letzte Abschnitt war ziemlich rutschig/matschig, so dass man sich wie auf rohen Eiern vorkam. Um 15:40 dann bei 20° C und Sonnenschein am Parkplatz, erschöpft aber glücklich und zufrieden zurück zum Campingplatz. Ein ausgefüllter Tag. Morgen soll es dann in 2 Tagen nach Oslo gehen. Ein Waschtag steht nach der Matschschlacht heute auch noch an.

13.07.2016: In Voss noch tiefverhangener Himmel, aber trocken. Zunächst die Rv 13 Richtung Odda, bei Vansbygdi dann ein blau beleuchteter Kreisverkehr im Tunnel, bevor es auf die gigantische Hadangerbrücke ging. Auf der anderen Seite (Bu) ging es dann wieder in einen Tunnel, dem sich ein zweiter Kreisverkehr im Berg anschloss. Nachdem die RV 13 nach Odda  wegen Bauarbeiten gesperrt war ein kleiner Umweg mit der Fähre von Kinsavik nach Utne (66.- NOK). Dafür wurde man mit einer traumhaften Landstraße Rv 550 durch Kirsch- und Apfelplantagen, die sich steil am Hang anlehnten, entschädigt. Bei Jondal den Abstecher zum Folgefonna Gletscher genommen, hier schraubt sich eine Mautstraße (100.- NOK) auf 1200 Hm und endet an einem Sommerskigebiet. Obwohl dichter Nebel und nur 7,5° C herrschten, war reger Skibetrieb (Trainingscamp). Nachdem ich wieder in Jondal war, Richtung Odda durch zwei 11 km lange Tunnel gefahren. In Odda zeigte sich dann endlich wieder die Sonne und es wurde angenehm warm (19° C). Endlich wieder Sonne, da steigt dann doch gewaltig die Laune. Zum Abschluß noch ein kurzer Abstecher nach Tyssdal, von wo eine enge Straße nach Skjeggedal abzweigt, dem Startpunkt für die Bergtour zur Trolltunga. Leider gibt es hier keine Möglichkeit zum Campen um möglichst früh aufbrechen zu können, so dass ich dann wieder nach Oddal gefahren bin, um auf dem dortigen Campinplatz (Odda Camping, 170.- NOK, Dusche 20.- NOK!!!) zu übernachten. Energie tanken in der Sonne, dass tat gut. Morgen, wenn der Wettergott mit mir gnädig ist, soll es zur Trolltunga gehen. Die Zeiten variieren von 8 – 12 Stunden bei 700 Hm und 22 km, ich werde sehen und berichten. Auf jeden Fall wird es früh losgehen, mal sehen wie viel dann schon unterwegs sind. Mittlerweile hat sich der Campingplatz gefüllt und ist randvoll bei spärlichen Sanitäranlagen. Die kriegen ihren Hals auch nicht voll. Das wird morgen eine Völkerwanderung.

12.07.2016: Nach ausgiebigen Niederschlägen in der Nacht zeigte sich der Tag zunächst freundlich mit Wolken. So ging es zunächst die alte Straße nach Laerdal steil bergauf zu den Aussichtspunkten Ås und Kvamsdalen. Am oberen Aussichtpunkt befindet sich eine Plattform über dem Abgrund, nur war der Blick durch die Wolken heute deutlich eingeschränkt (Schade). In Ås konnte man nochmals einen hübschen Ausblick auf den Aurlandfjord geniesen. In  Flåm dann eine Karte für die Fahrt mit der Flåmbana nach Myrdal gekauft, um anschließend die ca. 20 km mit gut 800 Höhenmeter-Differenz in einer Stunde zu absolvieren. Mittlerweile hatte sich der Regen wieder durchgesetzt und es war ganz angenehm in der trockenen Bahn zu sitzen. Vor gut 100 Jahren ist diese technische Meisterleistung bereits ausgeführt worden. Von Flåm dann bei Dauerregen nach Undredal, einem kleinen Dorf am Fjord. Von dort aus weiter nach Gudvangen. Hier endet der Narøyfjord, der an seiner engsten Stelle 250 m misst, bei steilabfallenden Bergen von ungefähr 1000 Hm (UNESCO-Kulturerbe). Auf Grund des Dauerregens auf der E16 Richtung Voss, wo man noch am wunderschönen Wasserfall Tvindefossen vorbeikommt. In Voss dann auf dem nächstbesten Campingplatz eine Hütte gemietet, ich hatte nach der ganzen Wasserschlacht keine Lust mehr auf´s weiterfahren (Flatlandsmo Camping (gehandelt: wollte 520.-, dann 450.- NOK). Abends Resteessen von Gestern (Thai-Curry mit Nudeln, lecker).

11.07.2016: Was für ein Apriltag in Norwegen. Das Wetter konnte sich heute nicht entscheiden. Alle 20 Minuten wechselten sich Sonne und Regen ab. Morgens erst mal Regen bei der Abfahrt aus Lom. Bei Tessand ging es auf die Rv 51 die sich schnell nach oben schraubte. Bei Ridderspranget lachte dann die Sonne und ich konnte den wilden Fluß an der Engstelle betrachten. Nach der Sage soll hier ein Edelmann die Verlobte eines anderen geraubt und über den Fluß gesprungen sein. Sein Verfolger schaffte dies aber nicht und ertrank. Weiter ging es nach Maurvangen, wo eine kurze Stichstraße nach Gjendesheim abbog. Hier ist der Startpunkt für eine der schönsten Wanderungen Norwegens über den Besseggen. Zuerst muss man mit dem Boot fahren, um dann 1100 Hm zu überwinden um wieder am Startpunkt zu sein.  Informationen erhält man bei der Kioskbesitzerin. Ich habe lange mit ihr über das Wetter gesprochen, sie hat extra ihren PC geholt und aktuelle Daten gesurft. Leider hätte ich morgen nur 3 Stunden für die 8 Stunden lang dauernde Tour Zeit gehabt, dann ist ein Wetterumschwung mit Wolken, Regen und Sturm prognostiziert. Schade, aber dieses Mal leider nicht. Also wieder ein Grund möglichst bald erneut nach Norwegen zu fahren. Kaum nachdem ich losgefahren war verdunkelte sich der Himmel und es goss wie aus Eimern. In Borgund noch eine Stabkirche besichtigt, um dann durch den Laerdalstunnel (24.6 km Länge) nach  Aurland zu kommen. Hier waren wir bereits bei unserer letzten Norwegenreise und bei Winjum Hytter eine nette kleine Hütte mit Traumblick zu bekommen (450.- NOK). Zum Abendessen gab´s mal ein Schmankerl. In Kräuter-Knoblauch eingelegtes Schweinefilet mit Thai-Sauce und chinesischen Nudeln. Dazu ein kühles Bier und perfekt schließt sich der Tag.

10.07.2016: Der Wettergott hatte heute ein Herz für mich, die Sonne schien bereits am Morgen, fast blauer Himmel mit wenig Wolken. Also ging es um 8:00 vom Basis Lager 1 in Lom zum Basislager 2 der Juvasshytta (1841). Ziel war Norwegens höchster Berg der Galdhøpiggen (2469). Die Mautstraße (100.- NOK) schraubt sich mit vielen Serpentinen nach oben. Was für ein Unterschied zu Gestern, ein traumhafter Rundumblick. Nach Buchung einer Führung/Seilschaft zum Gipfel (250.- NOK) in der Hütte, es soll ja über den gefährlichen Gletscher Styggebreen gehen, noch etwas das Panorama genossen. Um 10:00 gingen dann ca. 6 Seilschaften mit je 30 Berggehern los (vom Kindergarten bis ins Rentneralter). Ich hätte nicht gedacht, dass dies eine solche Massenveranstaltung ist. Nach einer Stunde über viele lose Steine wurden die Seilschaften gebildet. Ca. 200 Hm weiter, nach Ende des Schneefeldes/?Gletscher (ich habe keine einzelne Spalte gesehen) durften wir alleine die letzten 200 Hm meistern. Zuerst über lockere Steinhaufen, der Gipfelanstieg wieder Schnee (Firn und ziemlich rutschig). Grödel wären nicht schlecht gewesen. Am Gipfel dann ziemlicher Massenandrang, die kleine Hütte bis auf den letzten Platz voll. Kurze Brotzeit, ein paar Gipfelbilder und bei Wetterwechsel (bewölkt, windig und Beginn von Schneefall) den Rückweg angetreten. Um 15:30 wieder an der Juvasshytta und Heimfahrt nach Lom.  Dem Wettergott sei Dank, ein traumhafter Tag. Sicher ein Highlight dieser Tour.

09.07.2016: Obwohl es gestern Abend noch gut ausgesehen hat, sind über Nacht starke Regenfälle gekommen. Morgens dann kurzzeitig nur leichter Nieselregen, so dass ein Zusammenpacken doch möglich war. Nach ein paar Kilometern hat es sich dann aber wieder richtig eingeregnet. Zunächst ging es das Jostedal bis Gaupne zurück und dann auf die Rv 55 Richtung Lom. Ab Skjolden hat sich die Straße ordentlich nach oben geschraubt, über viele Serpentinen ging es über Fortun, Opptun, Turtagrø, Hervassbu, Krossbu und Bøvertun auf bis zu 1480 Hm. Von den sicher schönen Gipfeln war leider nichts zu sehen. Ich hatte mehr mit den Wetterbedingungen zu kämpfen. Das Thermometer fiel kontinuierlich auf 5° C,  die Sicht war bei Regen und Nebel beschränkt. Erstaunlich ist, dass bei diesen Bedingungen eine Gruppe Langläufer auf einer Piste trainiert hat (Verrückte!). Danach ging es wieder talabwärts bis Bøverdal, wo die kleine Mautstraße (100.- NOK) zur Juvvasshytta dem Startpunkt für den höchsten Berg Norwegens Galdhøpiggen (2469) führte. Jetzt wurde es immer abenteuerlicher, der Regen ging auf 1841 Hm schon fast in Schneefall über (3° C), die Sicht war teilweise gleich Null. Bedauerlicherweise war die Hütte bereits für den gesamten Monat Juli ausgebucht, auch die tieferliegenden Hütten hatten nichts mehr frei. Also den Berg wieder hinunter nach Bøverdal um weiter nach Lom zu fahren. Hier dann zum Glück eine kleine Hütte auf dem Nordal Turistsenter Campingplatz bekommen (580.- NOK). Also mein Basislager hier aufgeschlagen. Nach einem Spaziergang durch den netten Ort mit einer besonderen Stabkirche Vorbereitungen für den morgigen Tag begonnen. Wenn das Wetter mitspielt, laut Wetterbericht schaut es auch ganz gut aus, ist die Besteigung des Galdhøpiggen geplant. Daumen drücken.

08.07.2016: Nach dem traurigen EM-Aus für unsere Mannschaft zunächst bei Regen zum Campingplatz zurückgefahren. Nachts dann weiter ausgiebige Regenfälle, so dass am Morgen mal wieder alles richtig nass war. Also auf ein Neues mal feucht zusammengepackt, um dann das Brigsdal zurück nach Olden zu fahren. Dort erst mal Lebensmittel eingekauft, bevor es über Skei und Lunde nach Sogndalsfjøra ging. Unterwegs immer wieder schöne Fjorde zwischen hohen Bergen. Nach einem der vielen langen Tunnel (6-7 km) kam der Bøyabrenn-Gletscher fast bis zur Straße. In Sogndalsfjøra dann weiter auf die Rv 55 Richtung Lom, um dann bei Gaupne in das schöne Jostedal abzubiegen. Am Ende des Tales nach einer kurzen Mautstraße (40.- NOK) dann der Nigardsbreen-Gletscher. Nach einer kleinen Wanderung (45 Min.) über vom Gletscher abgeschliffene Steine direkt am Gletschersee stand ich vor der schönen Gletscherzunge. Schnell noch eine Gletschertour mit dem nepalesischem Bergführer Tshering Pande Bhote für 270.- NOK gebucht und für ca. 60 Min. am Seil gesichert mit Steigeisen den Gletscher bestiegen. Sagenhafte Ausblicke. Zum Teil geht man auf Crashed-Eis, wobei die Steigeisen einem einen super Halt bieten. Zum Glück hat sich auch das Wetter heute gut gehalten, am Abend wurde fast richtig warm. Auf dem kleinen aber feinen Campingplatz Jostedal Camping (120.- NOK) das Zelt aufgebaut und alles erstmal trocknen lassen. Hoffentlich bleibt jetzt erst mal trocken.

07.07.2016: Nach starken Regenfällen in Åndalsnes war es zwischen 7:00 und 8:30 mal kurz trocken, trotzdem erstmal alles patsch nass eingepackt. Dann ging es diesmal den Trollstigen bergauf, um diese Uhrzeit war noch wenig los. Heute auch bewölkt, aber gute Rundumsicht möglich. Sehr spektakulär hier oben. Weiter ging es nach Linge am Fuße des Norddalsfjord, dann mit der Fähre (52.- NOK) nach Eidsdalen. Hier beginnt der Geiranger Trollsigen, eine beeindruckende Paßstraße durch ein Hochgebirgstal. Und dann kommt der Hammer: der Geirangerfjord. Bevor man die Serpentinen ins touristenüberflutete  Geiranger hinunterfährt, bieten sich immer wieder unglaubliche Ausblicke auf dieses Naturwunder. Nach dem Ort schraubt sich die Straße dann wieder steil nach oben und endet in Dalsnibba (Mautstraße: 120.- NOK). Auf 1500 Hm befindet sich ein Plateau, von dem man einen genialen Rundumblick auf die Berge und Gletscher der Region hat. Sensationell! Bergab geht es dann durch schöne Berglandschaften einschließlich dunkelblauer Seen nach Stryn. Hier nach Olden abgebogen um ins Brigsdal zu kommen. Am Ende des Tales erwartet einen dann ein traumhafter Gletscher mit 2 Zungen die fast bis ins Tal reichen (kleiner Spaziergang, 180 HM, 35 Min.). Umgeben von hohen Bergmassiven habe ich mir dann auch vor Ort direkt am Gletscherbach einen Campingplatz (Camping Melkevoll Bretun, 100.- NOK) genommen. Und das war ein Volltreffer: günstig, nette Anlage, kostenlose Sauna. Nur einen Nachteil gibt es heute da EM-Halbfinale ist: zum Fernseher sind es 1 km. Wir werden sehen. Und es regnet mal wieder.

06.07.2016: Morgens noch Regen, dann tiefe Wolken mit der Chance dass es aufmacht. Also zur Bergtour Romdalseggen entschieden und zunächst von Åndalsnes mit dem Bus (140.- NOK, Karten gibt´s in Touristeninfo, auch spärliches Kartenmaterial) ins Venjesdal gefahren (ca. 20 Min., auf knapp 400 Hm). Von hier aus ist die gesamte Tour prima markiert (T, rote Punkte). Zunächst steil bergauf (matschig) auf eine schöne Hochebene. Die Bergspitzen verstecken sich in den Wolken, man kann nur erahnen was für gigantische Berge sich da verstecken. Nach der Abzweigung für die Familienvariante nochmals steil bergauf zum Grat. Leider befand sich dieser aber auch in den Wolken, so dass die Sicht bis auf wenige Augenblicke kurz möglich war. Hier oben dann 5°C, Nebel/Wolken und leichter Nieselregen (schade). Alpinistisch ist die Tour aber trotzdem ein Traum. Immer nah am Grat, zum Teil steil abfallend (ca. 800 Hm) ging es zum Teil recht ausgesetzt (leider/zum Glück sieht man nicht immer wo es da hingeht) über mehrere Gipfel (Halsaskaret (1100), Steinfjellet (1168), Halsaskaret (1100), Mjølvafjellet (1216), Åkesvarden (1140), Høgaksla (981), Nesaksla (708)). Einfache Kletterpassagen machen das Ganze recht spannend. Zum Schluß eine Steinhütte auf dem Neksaksla. Hier befand ich mich dann unter den Wolken, so dass ich einen guten Blick auf Åndalsnes hatte. Dann ist der Abstieg sehr gut ausgebaut, Sherpas aus Nepal haben hier 2006 eine Steintreppe bis fast ins Tal gebaut. Auf dem Weg dann noch die Aussichtsplattform (Rampestrecken (537)), die einen fantastischen Ausblick bietet. Die letzten Meter steht man dann direkt über dem Abgrund. Nach 5 ½ Stunden erschöpft, aber glücklich in Åndalsnes angekommen. Hier war zunächst waschen, duschen und kochen angesagt. Bin gespannt ob ich das EM-Halbfinale noch erlebe.

05.07.2016: Morgens nachdem es nachts ordentlich geregnet hat von Ålesund zuerst über die E39 nach Siøholt. Hier auf die kleine Landstraße (63) bis nach Lingås und dann über den berühmten Trollstigen bis nach Åndalsnes. Aber der Reihe nach. Irgendwie wollte das Navi sich am Morgen nicht einschalten lassen. Nach einer halben Stunde am Ladekabel über das Motorrad hat es dann zum Glück doch wieder funktioniert. Wäre ziemlich blöd gewesen, da alle Campingplätze hier gespeichert sind. Nach Siøholt kam dann auch schon der erste sehenswerte Fjord, nur die Bergspitzen haben sich in den Wolken versteckt. Richtig gigantisch wurde es aber nach Lingås. Die Straße schraubte sich gemächlich von 0 auf 800 Höhenmeter hinauf. Unterwegs dann noch der Gudbrandsjuvet, ein reißender Bach der sich durch eine kleine Schlucht mit aller Macht seinen Weg bahnte. Doch der absolute Hammer war dann der Trollsigen. Zwischen gigantischen Bergmassiven überwindet die Straße über 9 Kehren (ich hoffe dass ich mich verzählt habe) 800 Hm fast senkrecht nach unten. Dazwischen noch ein riesiger Wasserfall. Wirklich beeindruckend. Nach einem kleinen Walk zur Aussichtsplattform ging es dann weiter nach Åndalsnes. Auf dem Campingplatz waren schon alle Hütten reserviert, so dass ich dann einfach das Zelt aufgebaut habe. Zwischenzeitlich tröpfelt es zwar immer wieder mal, die dunklen Wolken sind aber bis jetzt noch brav geblieben. In der Touristinfo mir Material für den Romsdalseggen (Gratwanderung auf dem Bergrücken über Åndalsnes ) besorgt, morgen um 9:30 fährt dann der Bus zum Ausgangspunkt. Besuch des Norsk Tindesenter (Kletterhalle, Kino und Klettermuseum, 140.- NOK) und kleiner Stadtspaziergang (kleiner übersichtlicher Ort mit riesigen Supermärkten).

04.07.2016: Man möchte es kaum glauben, aber der Morgen zeigte sich sehr freundlich, z.T. sonnig und warm. Nach dem Zusammenpacken ging es zunächst über Landstraßen (664, 64) nach Molde. Unterwegs waren längere Tunnel dabei, die jedoch gut ausgeleuchtet waren. Landschaftlich reizvoll, immer wieder Fjorde und anwachsende Berge. Molde liegt reizvoll am Hang, südlich des Karlsøyfjord türmen sich eindrucksvolle Berge auf. Nach einer kurzen Stadtbesichtigung dann weiter mit der Fähre (Molde -Vestnes, 124.- NOK) Richtung Ålesund. Hier nicht über die überlaufene E39, sondern über eine kleine Landstraße (661), die über einen kleinen Paß geht. In Ålesund zunächst zu Fuß durch die Stadt, dann über viele Treppen (418 Stufen) zu einem Aussichtpunkt direkt oberhalb der Stadt (Fjellstua/Aksla). Von hier aus einen phantastischen Ausblick auf die Stadt und Umgebung. Mit Motorrad-Klamotten jedoch ziemlich schweißtreibend. Anschließend nochmals den Rest der Stadt erkundet, um dann auf dem Campingplatz (Volsdalen) zu landen. Hier eine richtig nette kleine Hütte mit traumhafter Aussicht über den Ellingsøyfjord gefunden (mit Campingcard: 495.- NOK). Das Wetter kann sich im Moment noch nicht so richtig entscheiden, von Süden und Osten ziehen dunkle Wolken auf, im Westen noch blauer Himmel. Ziel für morgen ist Åndalsnes.

03.07.2016: Nach einer kurzen, stürmischen und regenreichen Nacht (EM-Fußball) hat es pünktlich um 8:00 dann doch wieder zum Regnen aufgehört. Leider war alles ziemlich nass, so dass das Zusammenpacken doch recht aufwändig war. Heute war es bis Mittags noch trocken aber recht kalt (11° C) und dazu ein boenartiger starker Wind. Eine Fähre lag auf der Europastraße E39 zwischen Halsa und Kanestraum (61.- NOK). In Kristiansund hat es dann auch wieder angefangen zu regnen, so dass das Motorradfahren nicht wirklich Spaß gemacht hat. Landschaftlich wurde es wieder deutlich interessanter zwischen Trondheim und Kristiansund (Fjorde). Kristiansund kurz angeschaut, eine nette Stadt. Beeindruckend der Altlanterhavsvegen (Nr. 64), eine Straße die zwischen kleinen Schäreninseln über das Meer gebaut wurde. Hierbei sind interessante Brückenkonstruktionen entstanden. Aus Kristiansund muss man jedoch erst durch einen ca. 6 km langen Tunnel der tief unter die Erde führt (10% Gefälle, 61.- NOK). Ziel war heute Bud, wo ich einen netten Campingplatz (Bud Pluscamp, 450.- NOK) gefunden habe und es mir in einer kleinen Hütte bequem gemacht habe. Hoffentlich wird das Wetter morgen wieder etwas freundlicher.

02.07.2016: Von Namsos ging es heute über Landstraßen nach Trondheim. Bei bewölktem Himmel und angenehm warmen Temperaturen ging es über Steinkjer und Levanger nach Trondheim. Nachdem ich gestern das Navi auf kurvenreiche Straßen umgestellt habe, musste ich kaum die überlaufene E6 nehmen. Zum Teil waren auch gute Schotterpisten dabei. Landschaftlich ist es hier nicht so besonders, landwirtschaftlich intensiv genutzte Hügel mit ein paar Seen und niedrigen Bergen. Gelegentlich ging es auch an Fjorden vorbei, die aber im Vergleich zu den letzten Tagen eher harmlos waren. In der Nähe von Trondheim einen im Internet gut beschriebenen Campingplatz gefunden (Storsand Gård Camping), die Ausstattung lässt aber ziemlich zu wünschen übrig (Mini-Küche, wenig Sanitäranlagen und leider sehr voll). Nachdem ich das Zelt trocken aufgebaut habe, ging es nach Trondheim. Sehr nette Innenstadt mit einem steinernen Dom und einer am Hügel gelegenen Festungsanlage. Hier war nach der Einsamkeit der letzten Wochen wieder richtig was los (Marathonveranstaltung). Auf der Heimfahrt dann vom Regen erwischt und leider hat es sich eingeregnet.  Zum Kochen musste man anstehen, ein einziger Tisch stand zur Verfügung (Mangelhaft). Heute die Reste von gestern (Steak mit chin. Nudeln) nochmals genossen. Zum Glück gibt es einen Fernsehraum für das EM-Viertelfinale Deutschland – Italien. Hoffentlich wird es ein gutes  erfolgreiches Spiel.

01.07.2016: Nachdem es in der  Nacht richtig geschüttet hatte, wurde es in der Früh trocken. Ich konnte problemlos trocken zusammenpacken. Dabei wurde ich von vielen winzigen weißen Mücken arg traktiert und musste ziemlich viel aushalten (Scheiß Viecher!!!). Danach ging es dann trocken los über schöne Landstraßen (17) zwischen jetzt kleineren Bergen und Mini-Fjorden und viel Landwirtschaft. Zunächst weiter mit der Fähre von Vennesund nach Holm (61.- NOK). Von da ab bin ich über noch kleinere Landstraßen (771, 770 und 769) weitergefahren. Eine wunderschöne sehr kurvige Strecke, bergauf/-ab. Nach längerem Warten auf die Fähre Hofles nach Lund (73.- NOK) weiter nach Namsos, dem heutigen Ziel. Auf dem Campingplatz eine Hütte gemietet, da es am Horizont schon richtig schwarz war und Wasch- und Materialpflegetag angesagt war. Hat dann auch mehrmals ordentlich geduscht. Zum Abendessen gab´s ein Steak in der Trangia Pfanne mit Nudeln und Salat. Königlich.

30.06.2016: Am Morgen ging es zunächst mit der Fähre weiter (Nesna – Levang (66.- NOK)). Danach in Sandnessjøen das Bergmassiv der „Sieben Schwestern“ bewundert, bevor es 2 Stunden warten hieß auf die nächste Fähre von Tjøtta nach Forvik (89.- NOK). Hier den Nordkap-Radler Toralf Dörre getroffen, ein wahrlich verrückter Hund (Toralf Dörre). Nach einer kurzen Mopedfahrt nach Anndalsvåg wieder per Fähre nach Horn (57.- NOK). Anschließend in  Brønnøysund Richtung Torghatten abgezweigt. Hier steht der 258 m hohe Berg Torghatten mit einem riesigen Loch in der Mitte. Nach dem Aufstellen des Zeltes bei Sturm zuerst durch den Berg gegangen um anschließend noch den Gipfel zu erklimmen. Von oben ein traumhafter Blick in alle Himmelrichtungen. Leider hat es orkanartig geblasen, so dass ich nicht besonders lange oben ausgeharrt habe. Ich kann mich nur wiederholen, die Küstenlandstraße 17 hat wirklich viel zu bieten.

29.06.2016: Morgens noch wolkig nach einer recht regenreichen Nacht wurde es Tagesverlauf immer sonniger und wärmer. Ein wunderschöner Motorradtag geht zu Ende nach tollen landschaftlichen Eindrücken. Tolle kurvenreiche Straßen, wenig Verkehr (wenn man als Erster aus der Fähre kommt) und guter Asphalt führten zu einem angenehmen cruisen. Es wechselten sich Berge, Seen, Fjorde und ein Gletscher (Engabreen) ständig ab, dazwischen gab es tolle Fährverbindungen. Die Entscheidung die Küstenstraße Nr. 17 zu nehmen hat sich bis jetzt auf  jeden Fall voll ausgezahlt. Bei Telnestinden (973 Hm direkt aus dem Meer) ging es auf dem Meer über den nördlichen Polarkreis zurück nach Süden. Hier steht am Ufer eine hell glitzernde Erdkugel, im Hintergrund der großartige Berg. Letztendlich im Örtchen Nesna gelandet, das am Fjord Litlsjona liegt und einen hervorragenden Campingplatz (Havblikk Camping) hat. Hier die Abendsonne genossen und gut Thai-Curry gespeist.

28.06.2016: Bye bye Lofoten! Übernacht ist es zum Glück trocken geblieben, so dass ich am Morgen vor dem ersten Regentropfen noch alles zusammenpacken konnte. Von Fredvang ging es dann die selbe Strecke von gestern bis Reine und anschließend nach Moskenes. Hier war der Wartebereich für die Fähre schon bereits recht  voll, ich hatte aber die 10:45-Fähre nicht auf dem Schirm und dachte die warten alle schon auf die 14:00-Fähre. Nachdem ich dies mit dem Verantwortlichen geklärt hatte, bin ich noch kurz nach Å gefahren. Bei der Rückfahrt habe ich dann die frühere Fähre aber noch auf dem Meer gesehen, so dass ich versucht habe diese zu erreichen, was auch funktioniert hat. Nochmals schöne Ausblicke auf die Lofoten beim Auslaufen. Nach 3 ½-stündiger ruhiger Überfahrt nach Bodø (319.- NOK) kurz beim umgezogenen BMW-Händler (Tipp kam von einem Norweger) vorbeigeschaut, um mein ziemlich verkratztes Helmvisier zu tauschen. Liebe BMW-AG: vielleicht solltet ihr eure Datenbank mal aktualisieren! Danach ging es weiter nach Saltstraumen wo Europas größter Gezeiten-Mahlstrom ist. Hier fließt bei Flut bzw. Ebbe das Meer mit bis zu 20 Knoten in bzw. aus dem Fjord, so dass riesige Strudel entstehen. Anscheinend ist die Strömung dabei so stark, so dass auch die Fische einfach mitgerissen werden. Angler haben hier riesige Dorsche und Seelachse aus dem Meer/Fjord geholt (ca. 120 cm). Aufgrund der tiefhängenden Wolken und Nieselregen dann auf dem „Pluscamp Saltstraumen“ eine Hütte (500 .- NOK) genommen.

 

27.06.2016: Bereits um 6:00 wach gewesen und dann halt auch aufgestanden. Hingegen der Vorhersage war es traumhaft schön. Also den Tag sinnvoll nutzen so war die Devise, denn es soll ja schlechter werden. Zunächst eine Motorradrunde nach Henningsvær (sehr schöner Ort). Hier Motorradfahrer von der Fähre von Vorgestern getroffen und bei eingeschlagenem Lenker ist mir die Maschine einfach umgekippt. Zum Glück ist absolut nichts passiert, zu Zweit war sie auch schnell wieder aufgerichtet.  Dann weiter über nette Orte mit traumhaften Landschaften bis nach Leknes. Hier lag ein großes Kreuzfahrtschiff vor Ort und hat Hunderte von Touristen ausgespuckt. Also schnell weiter nach Nusfjord, hier muss man aber für eine Ortsbesichtigung Eintritt bezahlen (geht´s noch!)  Nachdem es immer wärmer (22°C) wurde und weiter sonnig war bin ich in Reine auf den Reinebringen gestiegen. Die Qual des erneuten Anstiegs mit schweren Oberschenkeln von gestern hat sich aber wahrlich gelohnt. Der Ausblick entschädigt für alles, einfach genial. Leider scheint hier in der Vergangenheit einiges passiert zu sein (Warnschilder, Tour wird nicht empfohlen). Eigentlich muss man sich aber nicht wundern, wenn am Nachmittag eine Gruppe Chinesen mit Halbschuhen diese z.T. sehr steile, matschig/rutschige und ausgesetzte Tour in leichten Halbschuhen machen. Die Jogginghosen sahen auch dementsprechend aus (voller Matsch). Oben hat es orkanartig gepfiffen, eigentlich kein Hubschrauber-Wetter, terrestrisch würde die Rettung echt der Hammer. Von hier aus auf den landschaftlich traumhaft gelegenen Campingplatz in Fredvang (Strand- og Skjærgårdsacamping) gefahren und bei starkem Wind und anziehenden Wolken das Zelt aufgebaut. Ich werde sehen ob dies eine kluge Entscheidung war.

26.06.2016: Zunächst noch nicht das super Wetter in Ørsvågvær wie angekündigt, wolkig aber trocken. Als Erstes die bereits gestern geplante Bergtour zur Geita, dann weiter auf die Fløya (590 Hm, die letzten Meter auf den Gipfel wegen Kletterpassagen dann doch ausgelassen) und schließlich noch zum Djevelporten (Teufelspforte, eingeklemmter Stein). Der Blick war die ganze Anstrengung wert, obwohl es zum Teil ganz schön steil und matschig/rutschig nach oben geht. Vier Wochen Motorradfahren lassen die Oberschenkelmuskulatur ganz schön wegschmelzen. Gegen Mittag wurde es dann traumhaft schön, so dass ich mich in Svolvær zu einer Speedboot-Safari zum Trollfjord und anschließendem Seeadler-Watching hinreißen habe lassen (750.- NOK, war´s aber wert). Abends noch EM Fußball Deutschland – Slowakei in Pub geschaut (3:0). Relativ spät dann müde und hungrig auf dem Camingplatz ins Ørsvågvær angekommen und den Abend ausklingen lassen.

25.06.2016: Am Morgen super Wetter, blauer Himmel, wenig Wölkchen und fast kein Wind. Daher in der Früh erst mal los um Norwegens Nationalberg Stetinden einen Besuch abzustatten. Davor zeigte sich schon ein grandioses Bergpanorama, welches sich traumhaft im See spiegelte. Danach baute sich eine ca. 1700 m hohe Felswand vor mir auf (827, Richtung Kjøpsvik, ca. 30 km, Ende 3. Tunnel). Absolut beeindruckend und einschüchternd, die Vorstellung da bis zum vorgelagerten Gipfel zu wandern. Deshalb habe ich es beim Betrachten belassen. Das nächste Mal vielleicht. Dann ging es mit 2 Fähren weiter auf die Lofoten (Skarberget – Bognes (66.- NOK), Bognes – Lødingen (112.- NOK)). Leider zogen am Himmel dunkle Wolken auf und es begann leicht zu regnen. In Svolvær wurde es dann wieder etwas besser, so dass ich dann doch das Zelt in Ørsvågvær (Sandvika Camping) aufgebaut habe. Es soll/muss ja schöner werden. Anschließend noch die beiden Orte Svolvær und Kabelvåg besichtigt und mir Informationsmaterial über Wandertouren besorgt. Für Morgen ist zum Glück schönes Wetter angesagt, am Montag leider Regen. Wir werden sehen.

24.06.2016: Mit einem richtigen Sauwetter wurde ich heute morgen begrüßt. Zunächst kalter Nieselregen, später auch Starkregen und sehr tiefliegende Wolken mit einer ordentlichen Briese Wind. Na das kann ja heiter werden. Also Bergtour erstmal abgesagt und das Motorrad wieder bepackt. So ging es dann die Insel Andøy zuerst mal Richtung Süden und es war leider richtig ungemütlich. Kurz vor der Fähre von Flesnes nach Revsnes (64.- NOK) wurde es dann besser, der Regen lies nach und die Sonne traute sich gelegentlich durch die Wolken durchzublicken. Zwischen Storhaugen und Grashola machten Straßenbauarbeiten die Straße unpassierbar. Das Navi hatte auch einen matschigen Feldweg aus Umleitung empfohlen, so dass es dann richtig Off-road ging. Eine Einheimische die sich die Strecke mit ihrem Auto nicht zutraute, meinte mit meinem Motorrad sei dies kein Problem. Also probierte ich es aus und mit ein paar Angstschweißtropfen ging es dann auch ziemlich gut. Anschließend ging es mit einer frischen Tankfüllung nach Narvik, der dortige Campingplatz existierte aber leider nicht mehr, so dass ich dann nach Ballangen weiterfahren musste. Hier eine kleine Hütte für 475.- NOK gebucht und einen kleinen Spaziergang zum Wasserfall gemacht. Mittlerweile hat die Sonne die Vorherrschaft übernommen und es ist deutlich wärmer geworden. Vielleicht darf das Zelt die nächsten Tage auf den Lofoten dann wieder mal aus seiner Verpackung raus.

23.06.2016: Ein erlebnisreicher Tag geht zu Ende. Bereits um 8:30 an der Rezeption der Walsafari gewesen, um zu hören, dass die erste Tour um 10:00 bereits ausgebucht ist. Also das Schiff für 12:00 gebucht (Whalesafari Andenes, 945.- NOK). Zunächst gab es dann eine Führung durch das Walmuseum mit vielen Erklärungen zu den riesigen Meeressäugetieren. Pünktlich um 12:00 sind wir dann gestartet, um zunächst 20 km auf das Meer hinaus zu fahren, wo ein Abbruch in die Tiefe von 500 auf 2000 m ist. Dort war dann bereits auch das frühere Boot und die ersten Tiere waren aus der Entfernung zu sehen. Der Wal befindet sich nach einem 30-40 minütigem Tauchgang für ca. 10 Minuten an der Oberfläche, bevor er elegant wieder in der Tiefe verschwindet. Wir hatten heute 3 Pottwale aus der Nähe und 2 weitere aus der Entfernung beobachten können. Ein eindrucksvolles Schauspiel, dass sich da bietet. Anschließend war ich dann im „Spaceship Aurora Museum“ (125.- NOK) und erhielt eine Privatführung, da ich zu diesem Zeitpunkt der einzige Gast war. Auch hoch interessant, wie die Norweger das Nordlicht mit Raketen und Satelliten erforschen. Auf dem Heimweg bin ich dann per Zufall noch in Bleik auf eine Papageientaucher-Safari gestoßen (Puffin Safari, 500.- NOK). Mit einem kleinen Schiff ging es zur Insel Bleiksøya, wo ca. 200.000 dieser Vögel brüten. Zusätzlich anwesend waren mindestens 8 Seeadler die auf Beutezug waren. Putzig wie diese kleinen Vögel (20-25 cm) in Schaaren am Himmel kreisen und immer wieder im Wasser auf Nahrungssuche gehen. Laut Guide verbringen sie nur 4 Monate im Jahr zum Nisten auf dieser Insel, die restliche Zeit verbringen sie auf dem offenen Meer. Das Wetter hat sich heute ganz gut gehalten, es war wolkig mit gelegentlichen kurzen Schauern. Zum Abend wird es deutlich besser, dass lässt auf morgen hoffen.